Denkmalimmobilie Alte Teppichfabrik, Wurzen

  • Denkmalschutzimmobilie Alte Teppichfabrik,Wurzen,Sachsen
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Wohnen in der Alten Teppichfabrik

Nach 25 Jahren Stillstand wird die heute denkmalgeschützte, alte Teppichfabrik zu neuen Leben erweckt. Lichtdurchflutete, offene und großzügige Wohnungen werden die Denkmalimmobilie mit Parkanlage zu neuen Leben verhelfen. Für Familien, Singles und ältere Leute sind auf insgesamt ca. 4.500 m² 48 Wohneinheiten mit 1, 2- bis 3-Raumwohnungen geplant. Alle Wohnungen erhalten eine Terrasse, einen Balkon oder eine Dachloggia. Es werden helle Räumlichkeiten mit einem hochwertigen Wohnkomfort geschaffen. Die Wohnungen werden mit einem Eichen-Echtholzparkett und einer Fußbodenheizung entsprechend energieeffizienter Vorschriften ausgestattet. Für ausreichend Stauraum sorgen die Abstellräumlichkeiten in jeder Wohnung.

Die Bäder erhalten einen hochwertigen Keramikfußboden und sind eingerichtet mit einer Badewanne und/oder ebenerdigen Dusche. Im ganzen Denkmal-Objekt wird darauf geachtet, dass die Begehung barrierefrei erfolgt. Zu erreichen sind die Wohneinheiten, unterteilt in Aufgang A, Aufgang B und Aufgang C, über drei Treppenhausaufgänge sowie drei neu geschaffene Aufzugsanlagen. Über den Aufgang A werden 12 Wohneinheiten erreichbar sein, der Zugang zu dem Mittelabschnitt kann über den Aufgang B mit 26 Wohneinheiten gewährt werden und der Aufgang C ermöglicht den Zugang zu 10 weiteren Wohneinheiten. Im Erdgeschoss sind 8 Garagenstellplätze sowie die Unterbringung der Heizungsanlage und des Elektroraums vorgesehen. Die Außenanlage wird komplett neu gestaltet. Es wird darauf geachtet, dass eine große Anzahl an Bäumen bestehen bleiben kann, sodass der Charme einer schönen Parkanlage nicht verloren geht. Neben 27 PKW-Stellplätzen (1 behindertengerechter Stellplatz) wird eine ausreichende Anzahl an Fahrradstellplätzen sowie Müllplätzen geschaffen. Die denkmalgeschützte Parkanlage erhält neue Wege mit Beleuchtung und Erholungsmöglichkeiten für Groß und Klein. Es wird ein Spielplatz sowie einen Pavillon mit Grillmöglichkeit realisiert.

Die heutige Denkmalschutzimmobilie wurde um 1910 errichtet. Die ehemalige Teppichfabrik und die denkmalgeschützte Parkanlage werden unter Einhaltung der Forderung des Denkmalschutzes und Beachtung der vorhandenen Konstruktion umfassenden Modernisierungs-/Instandsetzungsmaßnahmen zum Erreichen einer sehr guten Wohnqualität unterzogen. Durch drei neu zu errichtende Personenaufzüge können sämtliche Wohnungen ab dem 1. Obergeschoss erreicht werden. Innenliegende Stellplätze werden im Erdgeschoss geschaffen, eine große Anzahl an PKW- und Fahrradstellplätzen im Außengelände. Im Vorfeld der gezielten Planung und Vorbereitung der Sanierungsmaßnahmen wird eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Hierbei werden in den Verdachtsbereichen möglicher Bauschäden, insbesondere im Bereich bisheriger Toilettenanlagen und Küchen sowie in Bereichen defekter Dachentwässerungen genauere Untersuchungen durchgeführt und deren Ergebnisse bei der Durchführung der Sanierungsmaßnahmen berücksichtigt.

Eine Denkmalimmobilie mit Geschichte

Im Jahr 1856 gründete Friedrich August Schütz, der auch bereits die Tapetenfabrik in Wurzen gründete, die Wollstaubfabrik am Mühlgraben. Die Leitung übergab er seinem Bruder Georg Schütz. Einige Jahre später, 1865, nahm er seinen Schwiegersohn in spe, Georg Juel in das Unternehmen auf und übergab ihm die Leitung der Wollstaubfabrik. Firmiert wurde das Unternehmen als "Wollstaubfabrik Schütz & Juel". In der Gründungszeit der heute denkmalgeschützten Fabrik wurde zunächst nur samtartige Velourstapeten hergestellt. Erst im Jahr 1870, als die Wollstaubtapete nicht mehr gefragt war, wurde ein Webstuhl probeweise zur Produktion von orientalischen Teppichen aufgestellt. Bereits zwei Jahre später erfolgte die Errichtung einer Spinnerei sowie einer Dampfgarnfärberei. Die Arbeitsfläche konnte auf bis zu 4.000 m² erweitert werden. Es konnten orientalische Teppiche von guter Qualität und zu günstigen Preisen am Weltmarkt verkauft werden.

Die bisherige Einzelfirma wurde 1883 in eine Aktiengesellschaft mit der Bezeichnung "Wurzener Teppich- und Velours-Fabrik" umgewandelt. Zwischenzeitlich wurden in der Teppichfabrik handgeknüpfte Smyrna-Teppiche, Velours d`Espagne, Seidenstoffe für Dekorationszwecke, seidene Schlafdecken, Kamelhaardecken und Holländer-Läufer hergestellt. 1905 übernahm Arthur Bechtold die Leitung der Teppichfabrik. In beachtlichem Umfang, konnte aufgrund der Herstellungsmöglichkeit von Tournai- und Brüssel-Teppichen, der Umsatz und die Leistungsfähigkeit gesteigert werden. 1914 wurde die bisherige Unternehmensbezeichnung in "Wurzener Teppichfabrik AG" umgewandelt. Fast jährlich vergrößerte sich die Produktionsstätte, bis im Jahr 1925 22 ha das gesamte Geländebesitz einnahmen. 1938, nach einer enormen Entwicklung, konnten in der Fabrik, aufgrund einer Mitarbeiterstärke von ca. 1.300 Angestellten und 220 Webstühlen sowie 7.500 Spindeln eine Produktion von über 500.000 m² Teppichen. In den darauffolgenden Jahren gab es einige Hoch und Tiefs für die Produktionsstätte der Teppichfabrik in Wurzen. Schließlich wurde im Jahr 1996 die Wurzener Teppichfabrik geschlossen.

Historisch gewachsen

Die Denkmalimmobilie "Alte Teppichfabrik", so wie sie in heutiger Form ersichtlich ist, wurde durch vier Bauphasen verwirklicht. Der Mittelbau bildet den größten Baukörper und wird durch das mittig angeordnete Treppenhaus bestimmt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde der Mittelbau in seiner heutigen Größe im Jahr 1912 erbaut. Der westliche Anbau wird als sog. Erweiterung I bezeichnet und erweitert den Mittelbau in nordwestlicher Ausrichtung. Am westlichen Ende wurde ein weiteres Treppenhaus nach Norden angefügt. Außerdem wurde das Dach des Mittelbaus um ca. 4,00 m erhöht. Im Jahr 1922 erfolgte ein Bauantrag zur sog. Erweiterung II als östliche Ergänzung an den Mittelbau. Der östliche Anbau weist dieselbe Breite wie der Mittelbau auf, ist jedoch mit einer Länge von ca. 18,20 m der kürzeste Baukörper. Die letzte Bauphase betrifft den sog. Aufbau III mit Bauantragsstellung aus dem Jahr 1923. Das Dachgeschoss wurde in dieser Bauphase hinsichtlich des Mittelbaus verändert. Die Mansarden wurden erweitert und ausgebaut, so dass das 4.OG und das DG in ihrer heutigen Form entstanden sind. Durchzogen ist die Fabrik im Erdgeschoss bis zum 4. Obergeschoss mit Stützen im Unterzug, freistehenden Stützen und massiven Pfeilern. Das ganze Objekt ist auf allen Etagen geprägt von großen Stahlfenstern, die unterschiedliche Rasterungen und Größen aufweisen. Die Fenster im Erdgeschoss bis 3. Obergeschoss sind große mehrteilige Fenster und weisen eine Rasterung von 35 bis 48 Teilen auf. Im Mansardengeschoss werden die Rasterungen der Fenster kleiner und weisen kleinteiligere Verglasungen von 25 bis 30 Elementen auf.