Denkmalimmobilie Jugendstil-Denkmal, Chemnitz
Sanierungsmaßnahmen
Das gesamte Anwesen der Denkmalimmobilie wird im Zuge der geplanten Baumaßnahmen instand gesetzt und nach zeitgemäßen Maßstäben modernisiert. Nach der Sanierung werden insgesamt 10 Wohneinheiten entstehen. Alle Wohnungen des Objektes erhalten als Wert- und Nutzungssteigerung einen Balkon, entsprechend den Auflagen der Denkmalamtes. Der hofseitige Garten wird gärtnerisch gestaltet. Im Vorfeld der gezielten Planung und Vorbereitung der Sanierungsmaßnahmen wird eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Hierbei werden in den Verdachtsbereichen möglicher Bauschäden genauere Untersuchungen durchgeführt und deren Ergebnisse bei der Durchführung der Sanierungsmassnahmen der Denkmalimmobilie berücksichtigt.
Fassade
Das Objekt steht nicht unter Denkmalschutz, denkmalschutzrechtliche Belange sind jedoch, insbesondere im Fassadenbereich zu beachten. Die Oberfläche der Klinkerfassade wird instand gesetzt und in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz farblich gestaltet. Die gartenseitige Fassade erhält, entsprechend den Auflagen des Denkmalamtes, 2 Balkonanlagen.
Treppenhaus
Die originale Hauszugangstür der Denkmalschutzimmobilie wird entsprechend den Vorgaben des Denkmalamtes schreinermäßig instand gesetzt und aufgearbeitet oder nachgebaut. Im Eingangsbereich des Treppenhauses wird der Boden als gefliester Boden mit großzügigen Ornamentbändern und –mustern, entsprechend Bestand, aufgearbeitet und gegebenenfalls ergänzt. Die geputzten Wände des Treppenhauses werden instand gesetzt und mit einer passenden ornamentalen Bemalung künstlerisch gestaltet. Die massive Treppenkonstruktion aus Naturstein und Beton bleibt, soweit möglich, im Bestand und wird durch einen Fachbetrieb aufgearbeitet. Im Eingangsbereich wird eine neue Briefkastenanlage installiert. 8. Wohnungen Alle Wohnungen werden im Bestand genauestens aufgenommen und überprüft und entsprechend den bautechnischen und bauphysikalischen Möglichkeiten saniert. Hauptziel ist die Neugestaltung, Instandsetzung und Modernisierung der Wohnungen zu einem vom Mieter geschätzten und gern genutzten Ort. Hierbei unterstützen insbesondere die neuen modernen Grundrisse und die neu angebrachten Balkone die Nutzungsmöglichkeiten der Wohnungen.
Rohbaumaßnahmen
Auf Grund des bestehenden Altbaus erstrecken sich die Rohbaumaßnahmen hauptsächlich auf Instandsetzungen der Decken und Wandflächen und auf das Neuerstellen raumbildender Trockenbauwände. Geforderte Schallund Brandschutzmaßnahmen werden überwiegend in Trockenbauweise ausgeführt. Nicht mehr erforderliche Schornsteinzüge werden bis Fußboden EG abgerissen, als Installationsschacht für die Haustechnik genutzt oder zur Stabilisierung von Wandabschnitten verfüllt. Die Holzbalkendecken werden gemäß den Sanierungsempfehlungen instand gesetzt und ggf. verstärkt und zusätzlich im Bereich der Sanierungen holzschutztechnisch behandelt.
Übersicht des aktuellen Bestands
- Objekt: Jugenstilimmobilie, denkmalgeschützt
- Baujahr: ca. 1913
- Anzahl der Geschosse: 5 (Keller-, Erd-, 1., 2. 3. Obergeschoss und Dachgeschoss)
- Bauweise: Klassische Bauweise, d. h. massives Ziegelmauerwerk, Holzbalkendecken, Satteldach mit harter Deckung und gegliederter Klinkerfassade
- Decken: Geschossdecken als Holzbalkendecke mit Schüttung
- Fenster: Holz-Kasten-Fenster
Der Chemnitzer Stadtteil Sonnenberg
Die Heimat der Denkmalimmobilie "Jugendstil-Denkmal" ist im nord-östlichen Teil der Stadt gelegen und zeichnet sich vor allem durch die überwiegende Blockrandbebauung im Stil der Gründerzeit aus. Trotz der direkt angrenzenden Lage an das belebte Stadtzentrum charakterisiert sich das Wohngebiet heute vorwiegend durch seine ruhige Umgebung, die gute Infrastruktur sowie zahlreiche Freiflächen. Die Geschichte des Stadtteils begann im Zuge der Industrialisierung in den 1860er Jahren, als aufgrund der stetig steigenden Anwohnerzahlen der Bedarf nach zusätzlichem Wohnraum stieg. In diesem Rahmen wurde neben weiteren Stadtteilen auch der namensgebende Chemnitzer Sonnenberg für die Wohnnutzung bebaut. Diese ist auch der Grund für die markante, schachbrettartige Gebietsbebauung des Viertels, die das ehemals am Reisbrett entworfene Wohnviertel bis heute auszeichnet. Im Laufe der Zeit erlebte der Stadtteil einige Veränderungen, die auch das heutige Stadtbild mitgestaltet haben. So wurden ab 1980 zahlreiche Gebäude im Süden des Viertels durch Neubauten ersetzt, da die dort ursprünglich vorhandenen Altbauten durch langjährig unterlassene Sanierungsmaßnahmen und Leerstände während der Nachkriegszeit unbewohnbar geworden waren. Seit dem Jahr 1991 zeichnete sich dann – vor allem wegen der zeitweise erneut steigenden Bevölkerungszahlen – ein Aufschwung in der Bautätigkeit ab, der vor allem den nördlichen Teil des Sonnenbergs betraf. Heute sind hier nahezu alle gründerzeitlichen Gebäude vollständig saniert und teils denkmalgeschützt.
Chemnitz - Stadt der Kunst, Kultur und der Musik
Neben dem traditionell geprägten Ruf der Stadt als Industriezentrum entwickelte sich Chemnitz in den letzten Jahrzehnten auch hin zu einer modernen Stadt mit Raum für Kunst und Kultur. Das Stadtbild ist über die Jahre durch verschiedenste Aspekte geprägt worden. Es finden sich Industrie- und Baudenkmale ebenso wie sanierte Villen aus der Gründerzeit oder gänzlich moderne Bauten oder aber die nach der Wende gänzlich neu gestaltete Innenstadt. Architektur aus Historie und Moderne verschmelzen hier zu einem attraktiven Gesamtbild.