Denkmalimmobilie Plagwitzer Lofts, Leipzig

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Gebobener Wohnkomfort in zentraler Lage

Der Leipziger Chemiker und Fabrikant, Carl Hermann Voigt, unterschrieb am 03. Mai 1900 für sein an den Stadtteil Plagwitz grenzendes Grundstück den Bauantrag für eine mehrgeschossige Fabrik, die heutige Denkmalimmobilie "Plagwitzer Lofts". Voigt hatte kurz zuvor die Zulassung seines „Voigtschen Patentes“ erhalten, mit dem er den Herstellungsprozess von Chromopapier und Chromokarton verbessern konnte. Sein Antrag zum Bau eines Fabrikgebäudes mit Seitengebäude, Dampfschornstein, Maschinen- und Werkstattanbau wurde am 28. Juni 1900 durch die Stadt Leipzig genehmigt.

Funktionelle Durchgliederung

Der Neubau wurde am 03. Mai 1900 entsprechend der eingereichten Vorlagezeichnungen innerhalb eines halben Jahres umgesetzt. Voigt hatte es als Chemiker zu Wohlstand gebracht und verkehrte mit seiner Familie in den höheren Kreisen Leipzigs. Die Planungsarbeiten übergab er an den in Plagwitz ansässigen Baumeister Eduard Steyer. Steyer präferierte die Verwendung von gelbem Backstein, der bei der Werkstoffwahl im Plagwitzer Industriebau als führend und in gewissem Sinne auch richtungweisend angesehen wurde, von Beginn an. Darüber hinaus versuchte er eine funktionelle Durchgliederung und Geschlossenheit herzustellen, um den zukünftigen Anforderungen Voigts gerecht zu werden.

Technischer Fortschritt aus Leipzig

Mit der Gesamtfertigstellung der heute denkmalgeschützten Fabrikhalle ging das Grundstück am 20. November 1902 an die beiden Leipziger Zimmer- und Baumeister Bastänier und Schlieder über. Der Grund der Zwangsvollstreckung durch das Leipziger Baupolizeiamt gegenüber Voigt ist anhand der vorliegenden Bauakten nicht überliefert. Sie veräußerten ein halbes Jahr später das Grundstück inkl. der heutigen Denkmalimmobilie "Plagwitzer Lofts" an den Berliner Fabrikanten und Besitzer der Firma Stöcker & Co., Karl Hermann Otto Vahl der in Leipzig mit den Telefon & Telegraphenwerken einen wichtigen Industriestandort sich aufzubauen hoffte.

Im Zeichen der Industriearchitektur

Im Allgemeinen sind Industriebauten nicht auf städtebauliche Zusammenhänge hin geplant. Vielmehr sind es Bauten, die den jeweiligen Firmenbedürfnissen angepasst wurden und einen relativ geringen Bezug zu ihrem übrigen Umfeld haben. So ist ihr Standort nicht nach optischen Gesichtspunkten gewählt. Das Gebäude zeigt in seinem äußeren Erscheinungsbild den funktionalen Charakter verknüpft mit vereinzelt rein dekorativen Elementen, die der Anlage ihren besonderen Reiz verleihen. Die Denkmalimmobilie "Plagwitzer Lofts" besteht in einer klaren kubischen Form und zeichnet sich durch eine funktionelle Durchgliederung und Geschlossenheit aus. Dabei ist das optische Strukturmerkmal der gelbe Backstein.

Bauliche Kunst neben produktivem Selbstzweck

Das langgestreckte Gebäude mit sehr flach geneigtem Dach ist drei Stockwerke hoch und auf die damalige Eisenbahnlinie im Hofbereich hin ausgerichtet. Die Denkmalimmobilie repräsentiert in wunderbarer Weise das Verständnis von baulicher Kunst neben dem produktiven Selbstzweck von Fabrikanlagen zum Ende des 19. Jahrhunderts. Diese Kombination findet sich bei zeitgenössischen Neubauten von Produktionsstätten eher selten, weshalb dieser Fabrikgebäudekomplex einen Beitrag in der Erhaltung denkmalgeschützter Industriebauten darstellt.